Re: Also gut: Reden wir mal über das Rauchen - Domain-Urteil gegen Internet-Zigarettenh…

rauchentzt wirds schwierig.
> > Raucher sind i.d.R. Genußmenschen
>
> Nein. Der subjektiv empfundene
> Genuss entsteht durch chemische Reaktionen im Gehirn des Rauchers,
> die durch Bestandteile des Tabakrauchs (hauptaktive Substanzen
> Nikotin und Acetaldehyd) ausgelöst werden.
Schokolade: Der subjektiv empfundene Genuss entsteht durch chemische
Reaktionen auf Zunge und Riechschleimhaut der Verkehrenden.
Geschlechtsverkehr: Der subjektiv empfundene Genuss entsteht durch
chemische Reaktionen im Gehirn der Verkehrenden.
Vermutlich findest du, dass es irgendwie schlimmer ist, wenn
körperfremde Stoffe im Hirn mit dem Hirn wechselwirken, als wenn die
zugeführten Stoffe jenseits der Blut-Hirn-Schranke bleiben und du
deine Transmitter selbst synthetisieren darfst. Aber jeder Stoff, den
du isst, ist zunächst körperfremd. Genuss ist immer subjektiv. Wenn
man subjektiv einen drogeninduzierten Genuss nicht von einem durch
Bungeejumping, Sex oder ein Konzert induzierten Genuss unterscheiden
kann, was ist dann “der” entscheidende Unterschied?
Marzipan

Re: Also gut: Reden wir mal über das Rauchen - Domain-Urteil gegen Internet-Zigarettenh…

rauchen> > Das glaube ich nicht. Mit entsprechenden Kanzerogenen kannst du jede
> > > > Zelle dazu bringen zu mutieren, und jeder Mensch hat Zellen, die
> > > > Wachstums- und Teilungshormone produzieren und darauf reagieren und
> > > > mithin wuchern können.
>
> Es gibt verschiedene Mechanismen, duch die Krebs entstehen kann, oder
> Mutationen im Erbgut entstehen können.
Ja. Darüber, wie Mutationen noch entstehen können, hab ich ja auch
gar nix geschrieben. Ich habe mit diesem Posting auf fairplay
geantwortet, der meinte, dass Tabakrauch bei manchen Leute gar keinen
Krebs erregt und vor allem ausdrücken wollen, dass jeder Mensch Krebs
bekommen kann. Für bösartige Tumore ist auf jeden Fall gestörtes
Wachstum und gestörte Zellteilung notwendig, weil die Einzelzelle
sonst einfach nur herumliegt und nicht weiter stört. Und wenn man
Wachstum und Teilung stören kann, kann man auch Krebs verursachen.
Das war, was mein Absatz aussagen sollte.
> Einer davon ist z.B. das bloße Vorhandensein gewisser aromatischer
> Substanzen (das sind die flachen Sechsecke mit Ring in der Mitte ;-) Aromaten gibt’s übrigens auch in fünf- und siebeneckig.
> Die Aminosäuren, aus der unsere DNS aufgebaut sind, sind auch solche
Die *Nukleinsäuren*, aus denen unsere DNS aufgebaut ist, sind
Aromaten.
> Niemand, der halbwegs vernünftig ist, stellt sich absichtlich vor
> eine geladene Schrotflinte und argumentiert bevor abgedrückt wird,
> dass es sein kann, dass er ja gar nicht getroffen wird. Oder dass die
> Treffer ja nicht tödlich enden müssen.
Tja, welcher Mensch ist denn schon vernünftig? Tausende solarien- und
mallorcagebräunter, rauchender Deutscher, die Bier über ihren Grill
gießen, sind es offenbar nicht.
Marzipan

Re: Also gut: Reden wir mal über das Rauchen - Domain-Urteil gegen Internet-Zigarettenh…

> Ja. Darüber, wie Mutationen noch entstehen können, hab ich ja auch
> gar nix geschrieben. Ich habe mit diesem Posting auf fairplay
> geantwortet, der meinte, dass Tabakrauch bei manchen Leute gar keinen
> Krebs erregt und vor allem ausdrücken wollen, dass jeder Mensch Krebs
> bekommen kann. Für bösartige Tumore ist auf jeden Fall gestörtes
> Wachstum und gestörte Zellteilung notwendig, weil die Einzelzelle
> sonst einfach nur herumliegt und nicht weiter stört. Und wenn man
> Wachstum und Teilung stören kann, kann man auch Krebs verursachen.
> Das war, was mein Absatz aussagen sollte.
Dann sind wir uns ja einig :-) > > Einer davon ist z.B. das bloße Vorhandensein gewisser aromatischer
> > Substanzen (das sind die flachen Sechsecke mit Ring in der Mitte ;-) >
> Aromaten gibt’s übrigens auch in fünf- und siebeneckig.
Ich weiss, auch kondensierte,…. Ich wollte es nur einfach halten.
> > Die Aminosäuren, aus der unsere DNS aufgebaut sind, sind auch solche
>
> Die *Nukleinsäuren*, aus denen unsere DNS aufgebaut ist, sind
> Aromaten.
Selbstverständlich! ‘Tschuldigung.
> > Niemand, der halbwegs vernünftig ist, stellt sich absichtlich vor
> > eine geladene Schrotflinte und argumentiert bevor abgedrückt wird,
> > dass es sein kann, dass er ja gar nicht getroffen wird. Oder dass die
> > Treffer ja nicht tödlich enden müssen.
>
> Tja, welcher Mensch ist denn schon vernünftig? Tausende solarien- und
> mallorcagebräunter, rauchender Deutscher, die Bier über ihren Grill
> gießen, sind es offenbar nicht.
*seufz*
Gruß,
Golgafrincham

Re: Also gut: Reden wir mal über das Rauchen - Domain-Urteil gegen Internet-Zigarettenh…

Hallo,
es ist gefährlich, wenn Menschen über etwas reden, von dem sie nur
aus den Allgemeinmedien wissen.
Es ist der Mehrheit der Nichtraucher (einschließlich mir) vollkommen
egal, ob sich ein Raucher selbst zum Krüppel qualmt oder nicht. Das
interessiert mich nicht wirklich.
Der Punkt, der Rauchen in der Öffentlichkeit sozial völlig untragbar
macht und auch der auch nicht toleranzfähig ist, ist die Tatsache,
dass durch Tabakrauch nicht der Raucher alleine, sondern alle
Menschen, die diesen Rauch über die Atemluft einatmen geschädigt
werden.
Nebenbei: Die Studien bzgl. Alzheimer wurden von einem Institut
erstellt, das bezeichnenderweise von einem bekannten Tabakkonzern
finanziert wird. Sie sind nicht von unabhängigen Ärzten bestätigt
worden. Selbst wenn das aber so wäre, würde das nicht die Schädigung
Dritter rechtfertigen.
Was hier vielen auch nicht klar ist: Rauchen ist Nr. 1 der
unnatürlichen Todesarten - weit vor Alkohol, AIDS, SARS, Unfällen,
Morden, Suiziden, Illegalen Drogen, Verkehrsunfällen
zusammengenommen. Alle 3,5 Minuten stirbt ein Bundesbürger an den
Folgen des Rauchens. Tabakrauch ist eine der 3 Hauptursachen für den
Plötzlichen Kindstot. Rauchen in der Schwangerschaft und in Gegenwart
von Kindern kann zu schwersten Spätschäden wie Allergien,
Organerkrankungen, chronischen Atemwegserkrankungen,
Herz-/Kreislauferkrankungen führen.
Angestellte der Gastronomie sind sehr häufig unter den
Passivrauchopfern zu finden (nach Partnern von Rauchern). Mehr als
15.000 Menschen sterben in Deutschland jährlich am Passivrauchen.
Trotzdem werden Angestellte des Gastronomiegewerbes vor dem Gesetz
als Menschen 2. Klasse gehandelt (siehe

Re: Also gut: Reden wir mal über das Rauchen - Domain-Urteil gegen Internet-Zigarettenh…

> Hallo,
>
> es ist gefährlich, wenn Menschen über etwas reden, von dem sie nur
> aus den Allgemeinmedien wissen.
Jetzt mal nicht so überheblich. Meine Ausführungen zu der genetischen
Konditionierung habe ich selbst relativiert. Alles andere hat wohl
eher mit meiner eigenen Erfahrung bzw. teilweise Einstellung zu tun.
>
> Der Punkt, der Rauchen in der Öffentlichkeit sozial völlig untragbar
> macht und auch der auch nicht toleranzfähig ist, ist die Tatsache,
> dass durch Tabakrauch nicht der Raucher alleine, sondern alle
> Menschen, die diesen Rauch über die Atemluft einatmen geschädigt
> werden.
Wenn Du meinen Beitrag richtig gelesen hast, sollte Dir aufgefallen
sein, daß auch ich gegenseitige Rücksicht fordere. Bei Dir sieht das
allerdings recht einseitig aus.
>
> Nebenbei: Die Studien bzgl. Alzheimer wurden von einem Institut
> erstellt, das bezeichnenderweise von einem bekannten Tabakkonzern
> finanziert wird. Sie sind nicht von unabhängigen Ärzten bestätigt
> worden. Selbst wenn das aber so wäre, würde das nicht die Schädigung
> Dritter rechtfertigen.
Nach allem, was ich bis jetzt gelesen habe, bezweifeln auch
energische Rauchgegner diesen Effekt nicht. Dem wird nur entgegen
gehalten, daß die schädlichen “Nebenwirkungen” diese Therapie nicht
rechtfertigen.
Ich denke darüber anders. Ein Alzheimer-Patient hat nicht mehr viel
zu verlieren.
Bei einer Nikotin-Therapie ist es nicht zwangsläufig, daß andere
davon betroffen sind.
>
> Was hier vielen auch nicht klar ist: Rauchen ist Nr. 1 der
> unnatürlichen Todesarten - weit vor Alkohol, AIDS, SARS, Unfällen,
> Morden, Suiziden, Illegalen Drogen, Verkehrsunfällen
> zusammengenommen. Alle 3,5 Minuten stirbt ein Bundesbürger an den
> Folgen des Rauchens.
Alle 6 Sekunden stirbt ein Mensch an Hunger (weltweit, die Zahl ist
nicht ganz aktuell). Setzt Du Dich auch so vehement für eine gerechte
Nahrungsverteilung ein?
> Tabakrauch ist eine der 3 Hauptursachen für den
> Plötzlichen Kindstot. Rauchen in der Schwangerschaft und in Gegenwart
> von Kindern kann zu schwersten Spätschäden wie Allergien,
> Organerkrankungen, chronischen Atemwegserkrankungen,
> Herz-/Kreislauferkrankungen führen.
Ich weiß schon, warum ich zuhause ausschließlich in meinem Büro
rauche, wo meine Kinder nix verloren haben.
>
> Angestellte der Gastronomie sind sehr häufig unter den
> Passivrauchopfern zu finden (nach Partnern von Rauchern). Mehr als
> 15.000 Menschen sterben in Deutschland jährlich am Passivrauchen.
> Trotzdem werden Angestellte des Gastronomiegewerbes vor dem Gesetz
> als Menschen 2. Klasse gehandelt (siehe

Re: Also gut: Reden wir mal über das Rauchen - Domain-Urteil gegen Internet-Zigarettenh…

> > Ein Letztes:
> > Du reklamierst Dein Recht auf Deine Gesundheit.
> > Der Raucher reklamiert sein Recht auf Genuß.
> >
> > Die Tatsache, daß das nicht zusammen geht, bedeutet nicht
> > zwangsläufig, daß Du mehr Recht hast.
> > Denn was hier der höhere Wert ist, dürfte sehr von der individuellen
> > Sicht abhängen.
>
> Da muss ich wehement wiedersprechen! Das Recht auf Gesundheit geht in
> jedem Fall vor!
Ich weiß nicht, was die meisten Angestellten bevorzugen würden:
8 Wochen Nichtraucherkneipe bis zur Insolvenz und Arbeitslosigkeit
(weil die Raucher sich abends dann im privaten Bereich treffen
würden, wo sie weiterrauchen dürften)
oder
weiter passiv rauchen
Würden Sie sich für die Arbeitslosigkeit entscheiden, könnten sie
auch gleich kündigen, ohne zunächst ein Rauchverbot zu erreichen.
Ist ziemlich zynisch, aber so ist die Welt nun einmal.
D5D

Re: Also gut: Reden wir mal über das Rauchen - Domain-Urteil gegen Internet-Zigarettenh…

Hallo,
ich hatte erst etwas mehr zu Deinem Posting geschrieben, jedoch hat
mir der IE einen Streich gespielt. Da das vorhergehende von Dir wenig
interessant war, Tatsachen verdreht hat, spare ich mir das
Neuschreiben an dieser Stelle. Interessanter sind Deine Ansichten im
Folgenden:
> Jetzt wirds schwierig.
> Raucher sind i.d.R. Genußmenschen
Nein. Raucher sind i.d.R. Suchtkranke. Der subjektiv empfundene
Genuss entsteht durch chemische Reaktionen im Gehirn des Rauchers,
die durch Bestandteile des Tabakrauchs (hauptaktive Substanzen
Nikotin und Acetaldehyd) ausgelöst werden.
Objektiv betrachtet ist Tabakrauch ein besonders aggressiv stinkender
Luftschadstoff, der i.d.R. sofort Spontanreaktionen wie Husten,
Augenbrennen, Kopfschmerz, Übelkeit, Kratzen im Hals o.ä. verursacht.
> und damit Kernzielgruppe der
> Gastronomie.
Falsch. Hauptzielgruppe der Gastronomen sind Menschen, die gerne gut
Essen und Trinken und sich dabei (meistens) auch durch guten Service
verwöhnen lassen möchten. Die Hauptzielgruppe sind nicht Raucher -
auch wenn man das angesichts von nur 4% nichtrauchergeeigneter
Gastronomie in Deutschland annehmen könnte.
Das die Gastronomien aber der Fehleinschätzung unterliegen, dass sie
Rauchen erlauben müssen, um im Geschäft bleiben zu können, liegt
daran, dass in Deutschland durch die Verbände des Gastgewerbes eine
Atmosphäre der Angst vor sauberer Luft geschürt wird. Besonders hat
sich hier der DEHOGA der Verbreitung von (mittlerweile bewiesenen)
Lügen und frei Erfunden Zahlen als Brandstifter heruaskristallisert.
Pressesprecher Schnerr, Präsident Fischer und die “Nummer 2.” Hartges
betätigen sich im großen Stil als Demagogen.
> Insbesondere in Kneipen (ich hatte selbst mal eine) ist
> der Anteil an Rauchern im Publikum sehr hoch, und das weniger, weil
> Nichtraucher Kneipen wegen des Rauchs meiden.
Genau. Nun führts Du Dich selber zum Kernpunkt. Kneipen werden
vornehmlich von Rauchern besucht, weil Nichtraucher diese Orte meist
meiden. Das bedeutet, dass die Kneipiers ihr Geschäftsmodell also
lieber an einer Minderheit ausrichten (weniger als 1/3 Anteil an der
Bevölkerung) als einen potenziellen Markt von 70 Millionen Menschen
zu erschließen - ganz schön dumm!
> Somit ist - Deiner Argumentation folgend - Kellner ein
> “Risiko-Beruf”, genau wie Angestellter in einem Atomkraftwerk, wo man
> trotz hoher Sicherheits-Standards erhöhter Strahlung ausgesetzt ist.
> Es möge jeder selbst entscheiden, ob er sich dem aussetzt.
Nein. Der Vergleich hinkt schon deshalb, weil der Kellner jeden Tag
und jede Stunde seiner Arbeitszeit mit krebserzeugenden Stoffen
traktiert wird. Er wird außerdem vor dem Gesetz als Mensch 2. Klasse
gehandelt, da er nicht wie alle anderen Angestellten ein Recht auf
rauchfreie Luft hat (

Re: Also gut: Reden wir mal über das Rauchen - Domain-Urteil gegen Internet-Zigarettenh…

> > Jetzt wirds schwierig.
> > Raucher sind i.d.R. Genußmenschen
>
> Nein. Raucher sind i.d.R. Suchtkranke. Der subjektiv empfundene
> Genuss entsteht durch chemische Reaktionen im Gehirn des Rauchers,
> die durch Bestandteile des Tabakrauchs (hauptaktive Substanzen
> Nikotin und Acetaldehyd) ausgelöst werden.
Das Eine schließt das andere keineswegs aus.
Zum Einen: Subjektiv empfundener Genuss ist Genuss. Wie sonst könnte
man Genuss definieren?
Zum Anderen: Raucher sind nach meiner Erfahrung Menschen, die auch
andere Dinge gern geniessen. Zum Beispiel Essen oder Trinken. Das
Gegenteil dazu ist der Mensch, der Nahrungsaufnahme als Notwendigkeit
betrachtet, und nicht der Suchtkranke.
Das Raucher i.d.R. Suchtkranke sind, wird dadurch nicht
ausgeschlossen.
> > und damit Kernzielgruppe der
> > Gastronomie.
>
> Falsch. Hauptzielgruppe der Gastronomen sind Menschen, die gerne gut
> Essen und Trinken und sich dabei (meistens) auch durch guten Service
> verwöhnen lassen möchten. Die Hauptzielgruppe sind nicht Raucher -
> auch wenn man das angesichts von nur 4% nichtrauchergeeigneter
> Gastronomie in Deutschland annehmen könnte.
>
> Das die Gastronomien aber der Fehleinschätzung unterliegen, dass sie
> Rauchen erlauben müssen, um im Geschäft bleiben zu können, liegt
> daran, dass in Deutschland durch die Verbände des Gastgewerbes eine
> Atmosphäre der Angst vor sauberer Luft geschürt wird. Besonders hat
> sich hier der DEHOGA der Verbreitung von (mittlerweile bewiesenen)
> Lügen und frei Erfunden Zahlen als Brandstifter heruaskristallisert.
> Pressesprecher Schnerr, Präsident Fischer und die “Nummer 2.” Hartges
> betätigen sich im großen Stil als Demagogen.
Ok, laß uns differenzieren:
Im Hinblick auf Restaurants magst Du Recht haben.
Ich habe mich in meinen Ausführungen aber auf Kneipen konzentriert.
>
> > Insbesondere in Kneipen (ich hatte selbst mal eine) ist
> > der Anteil an Rauchern im Publikum sehr hoch, und das weniger, weil
> > Nichtraucher Kneipen wegen des Rauchs meiden.
>
> Genau. Nun führts Du Dich selber zum Kernpunkt. Kneipen werden
> vornehmlich von Rauchern besucht, weil Nichtraucher diese Orte meist
> meiden. Das bedeutet, dass die Kneipiers ihr Geschäftsmodell also
> lieber an einer Minderheit ausrichten (weniger als 1/3 Anteil an der
> Bevölkerung) als einen potenziellen Markt von 70 Millionen Menschen
> zu erschließen - ganz schön dumm!
Du solltest nochmal lesen, was ich geschrieben habe: “und das
weniger,…”
Ich habe Raucher als Genussmenschen beschrieben. Dies beinhaltet eine
gewisse Unvernunft (im wertfreien Sinne).
Es ist nicht vernünftig, in der Kneipe ein Bier zu trinken, wo man es
doch zuhause (vielleicht mit Freunden beim Grill) zu einem Fünftel
des Kneipenpreises tun könnte.
Das interessiert den Genussmenschen aber nicht.
Er möchte sein Bier frisch gezapft und im Kreise Gleichgesinnter
trinken.
Daher der hohe Raucheranteil in Kneipen.
Und was die 70 Millionen angeht:
Wenn ein Drittel der Bevölkerung Raucher sind, dann sind das ca 27
Millionen.
Verbleiben 53 Millionen abzüglich Minderjähriger abzüglich derer, die
als Nichtraucher trotzdem in die Kneipe gehn als potenzielle Kunden.
>
> > Somit ist - Deiner Argumentation folgend - Kellner ein
> > “Risiko-Beruf”, genau wie Angestellter in einem Atomkraftwerk, wo man
> > trotz hoher Sicherheits-Standards erhöhter Strahlung ausgesetzt ist.
> > Es möge jeder selbst entscheiden, ob er sich dem aussetzt.
>
> Nein. Der Vergleich hinkt schon deshalb, weil der Kellner jeden Tag
> und jede Stunde seiner Arbeitszeit mit krebserzeugenden Stoffen
> traktiert wird. Er wird außerdem vor dem Gesetz als Mensch 2. Klasse
> gehandelt, da er nicht wie alle anderen Angestellten ein Recht auf
> rauchfreie Luft hat (

Re: Also gut: Reden wir mal über das Rauchen - Domain-Urteil gegen Internet-Zigarettenh…

> Subjektiv mag Deine Ansicht stimmen, obwohl sie impliziert, dass
> Nichtraucher keine Genussmenschen sind, was völliger Humbug ist.
Wollte ich damit auch nicht sagen. Natürlich gibt es auch viele
nichtrauchende Genussmenschen.
> Rein wissenschaftlich lässt sich übrigens noch anführen, das Raucher ein
> stark reduziertes Geschmacksempfinden haben, da die Geschmacksnerven
> im Mund und die Geruchsrezeptoren aufgrund der Traktierung mit den
> Inhaltsstoffen von Tabakrauch nur bedingt und im Gegensatz zum
> Nichtraucher eingeschränkt funktionieren - er also ein anderes,
> subjektiv betrachtet weniger ausgeprägtes Genussempfinden hat.
Objektiv betrachtet wäre richtig. Der Raucher merkt ja nicht, daß ein
Nichtraucher mehr empfinden würde. Subjektiv genießt er also
gleichermaßen.
> Glaubst Du ernsthaft, dass Du das Risiko gleich setzen kannst? Ich
> empfehle Dir die Lektüre von Fachliteratur zum Thema. Selbst wenn es
> so wäre - was ich aus dem Bauch heraus bezweifle (ist nicht mein
> Fachgebiet) - dann ist dies weder Rechtfertigungsgrund loch
> Legitimation.
Ich denke, nach allem, was ich gelesen habe, und was in den 80ern
stark diskutiert wurde, daß der AKW-Mitarbeiter das deutlich höhere
Risiko hat.
(Leider redet da heute keiner mehr drüber, seit die Grünen zur
Mit-Regierungs-Partei degeneriert sind)
>
> BTW: Laut Arbeitsschutzgesetz hat jeder Arbeitnehmer das Recht,
> seinem Arbeitsplatz fern zu bleiben, wenn Gefahr für Leib und Leben
> besteht (genauer Wortlaut kann z.B. bei “bundesrecht.juris.de”
> nachgelesen werden.
Stimmt. Ändert aber nichts daran, daß manche Berufe nun mal
risikobehaftet sind.
Sprengkommando, Stuntman, Sicherheitsdienst, ja, sogar Fußballer.
Klar können die ihrer Arbeit fernbleiben. Nur dann haben sie keine
mehr.
Ich bleibe dabei: Es möge jeder selbst entscheiden, was er sich
zumutet.
>
> Eine andere Alternative wäre aber zum Beispiel das Experimentieren:
> Einführen von rauchfreien Tagen oder Abenden um die Kundschaft zu
> “konditionieren”, Nachfrage zu schaffen und neues Publikum
> anzulocken. Man könnte sowas am Anfang einmal pro Monat und bei
> Akzeptanz öfter machen - wäre doch auch ein Weg.
Das ist nun wirklich mal ne klasse Idee!
Schade, daß ich keine Kneipe mehr habe. Ich wäre dabei.
Ich bezweifle zwar nach wie vor den Erfolg einer solchen Aktion, aber
das gäbe auf jeden Fall verläßliche Ergebnisse.
Das solltest Du weiter propagieren.
Grüße,
Fairplay

Re: Also gut: Reden wir mal über das Rauchen - Domain-Urteil gegen Internet-Zigarettenh…

Hallo,
vielleicht noch eine kleine Ergänzung des ansonsten guten Beitrags:
Nicht der Gestank macht handeln erforderlich, sondern die Tatsache,
dass der Tabakrauch große Mengen sog. Kanzerogene beinhaltet und
somit einen extrem giftigen Luftschadstoff ergibt.
Was die Wirkung von Kanzerogen betrifft:
Es gibt keine unschädlichen Mengen. Beim Kontakt einer Körperzelle
mit einem kanzerogenen Stoff bildet sich sofort eine sog.
“Krebskeimanlage”. Der Grund dafür, dass nicht jeder unmittelbar und
sofrt an Krebs erkrankt liegt am Immunsystem des Körpers und an der
Tatsache, dass Körperzellen eine begrenzte Lebensdauer haben. Bei
“normaler” Belastung ist also ein gewisser Schutz vorhanden.
Tabakrauch enthält jedoch sehr hohe Mengen unterschiedlicher
Kanzerogene, die eine sog. “Summationswirkung” haben - d.h. sich in
ihrer Schadwirkung verstärken. Dabei muss man noch zwischen
Kanzerogenen unterscheiden, die Krebsbildend sind und solchen, die
dessen Behandlung erschweren oder unmöglich machen.
Was viel Raucher nicht wissen oder verdrängen ist die Tatsache, dass
die größte Schadwirkung vom sog. Nebenstromrauch ausgeht (das ist der
Rauch, der an der Spitze der Zigarette entsteht). Das ist nun auch
genau der Rauch, den die sog. “Passivraucher” abkriegen und der den
weitaus größten Teil des von der Zigarette verursachten Rauchs
stellt. Der vom Raucher inhalierte Hauptsromrauch ist bedeutend
ungefährlicher, das er bereits durch das häufig vorhandene
Filterstück und die Lunge des Rauchers “entschärft” wurde - er ist
aber immer noch in beachtlicher Menge mit Schadtsoffen durchsetzt.
Randnotiz: Ein Raucher, der täglich eine Schachtel Zigaretten raucht,
hat nach einem Jahr soviel Teer in seiner Lunge angesammelt, wie in
einer Tasse Kaffee passt.
Genau diese Nebenstromrauch - den der Raucher nicht verhindern kann -
verursacht also die schlimmsten Schäden und ist gerade für Nieraucher
besonders gefährlich. Neben einer sofortigen Veränderung des
Blutdrucks sind häufige Akutsymptome Kopfschmerz, Augenbrennen,
Nasenjucken, Heiserkeit, Halsschmerzen, Übelkeit und Schwindel. Diese
Symptome setzen bereits unterhalb der Wahrnehmungsschwelle ein (z.B.
wenn Tabakrauch durch Türritzen oder Fensterritzen in Räume
eindringt. Die Spätfolgen sind aber weitaus dramatischer und reichen
von chronischer Bronchitis über Asthma bis hin zu Allergien,
Herz-/Kreislauferkrankungen und Krebs.
Grüße,
OxnoxO