Re - Rauchen ist todschick
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> > Die intolerantesten Menschen finden sich immer noch im
> > Nichtraucherlager.
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> Das ist eine militante Anfeindung, wie sie nur von einem Raucher
> kommen kann. Dabei hat noch kein Nichtraucher einen Raucher durch
> bloße Anwesenheit belästigt.
Oh, da weisst Du aber nicht, was in der Firma abgeht, wo ich arbeite.
Die Hasstiraden militanter Nichtraucher kannst Du hier zwecks Studium
jeden Tag in der Raucherecke(!) beobachten.
Wenn man das nicht so verbissen betrachtet, dann ist es wie eine
wunderbare Realsatire, wo man sich täglich drüber kaputtlachen kann.
Die merken selber nicht mehr, dass sie in ihrem zügellosen Eifer von
Belehrungen und Warnungen eine prima Karikatur ihrer selbst abgeben.
Da werden in Stufe 1 die Raucher auf dem Weg zum abgetrennten
Raucherraum mit ein paar blöden Sprüchen willkommen geheissen.
In Stufe 2 beweihräuchern sich die militanten Nichtraucher ein wenig
selber, dass sie entweder:
a) eine so starke Persönlichkeit haben
b) viel schlauer sind, wegen des gesparten Geldes
c) viel gesundheitsbewusster leben
In Stufe 3 werden dann noch die anderen gesunden Aktivitäten
angepriesen, wobei man sich gegenseitig auf die Schulter klopft. Der
eine isst nur noch ganz selten Fleisch und wenn dann nur ganz mageres
und schon gar nicht aus dem Supermarkt, sondern nur direkt bei dem
einen Bauern, der noch selber schlachtet und blah…blah…blah…
In Stufe 4 bemerken aber diese beiden Personen, dass sie mittlerweile
alleine draussen stehen und gehen ebenfalls in das abgetrennte
Raucherzimmer. Schliesslich hat ja keiner der Raucher etwas von ihren
Selbstbelobigungen und Belehrungen mehr mitbekommen. Schweinerei,
wozu hat man sich denn den Mund fusselig geredet. Das reicht jetzt
aber! Diese Raucher sind aber auch dermassen von intollerant, dass
sie sich nicht einmal die guten Ratschläge anhören.
Jetzt kann der Höhepunkt des Grotesken beginnen mit Stufe 5:
Die beiden sind jetzt ebenfalls im Raucherzimmer, hüsteln erstmal 2-3
mal provokativ, fuchteln mit den Händen herum, um den Rauch
wegzuwedeln und fangen an mit Sätzen wie: “Boaah, ist hier wieder
eine schlechte Luft” oder “Könnt Ihr nicht mal ein Fenster
aufmachen?”. Beliebt ist auch die rhetorische Frage: “Wie könnt ihr
das eigentlich selbst aushalten?”. Diese Frage ist genauso
intelligent, wie wenn ich einen Marathonläufer frage, wie er das
aushält 42Km zu laufen: Training, jahrelanges Training! Aber zurück
zu unseren beiden Freunden, denn nach dieser kurzen Einleitung geht
es über zur letzten Stufe:
Stufe 6. Jetzt muss man zwar Passivrauchen, aber ein Opfer muss man
auch bringen, schliesslich können die Raucher jetzt nicht mehr
fliehen. Wie ein in die Enge getriebenes Tier kauern sie herum und
sind schutzlos den Anfeindungen der beiden militanten Nichtrauchern
ausgesetzt. Hektisch wird an den Glimmstengeln gezogen, denn jeder
weiss, was jetzt kommt und zittert innerlich vor Furcht: Wieder
werden die Asse “Lungenkrebs”, “Raucherbein” oder “Herzinfarkte”
gezogen. Gewonnen! Dieses mal mit der Gewissheit, dass die Worte
gehört wurden. Aber da kommt die Erlösung: 10:30 Uhr. Die
Frühstückspause ist vorbei. Die beiden kehren zufrieden, in ihr Büro
zurück. Man hat es wieder geschafft und es ja schliesslich nur gut
gemeint. Ärgerlich ist nur, dass die Klamotten wieder so nach Rauch
stinken, aber das ist ja die Schuld dieser intolleranten,
rücksichtslosen und unbelehrbaren Raucher. Denen werden wir aber
morgen was erzählen …