Rauchen / Autofahren - Biopolitik im liberalen Staat

rauchenBeispiel “Rauchverbot in öffentlichen Anlagen und Gebäuden” ist,
> zugegeben, ein schlechtes. Trotzdem ist es pure Heuchelei, hiermit
> die Interessen der Allgemeinheit zu schützen.
Über die Motivation von Politikern gebe ich mich keinen Illusionen
hin.
Dennoch ist in diesem Falle die Argumentation schlüssig und die
gesetzlichen Maßnahmen überfällig. Auch ein notorischer Lügner kann
mal die Wahrheit sagen, und sei es versehentlich…
> Niemand käme bspw. auf
> die Idee, das Autofahren zu verbieten, trotz der Tatsache, daß dabei
> nachweislich jedes Jahr tausende Kinder, Gebrechliche und andere
> Fußgänger den Tod, oder schlimmer, schwere Entstellungen finden.
Niemand kommt auf die Idee, weil der Vergleich abwegig ist.
Anders als beim Rauchen sind die Todesfälle des Straßenverkehrs
Unfälle und liegen nicht in der Natur der Sache. Wo man Einzelrisiken
erkennt, versucht man diese zu verringern - ob im angemessenen
Umfang, darüber kann man natürlich streiten. Gurtpflicht,
Knautschzonen - auch für Unfälle mit Fußgängern, räumliche Trennung
der Verkehrszonen, Geschwindigkeitsbegrenzungen etc.
Und das Autofahren ist prinzipiell sinnvoll, während das Rauchen
keine Funktion hat außer egoistische Suchtbefriedigung.
Letzlich ist es immer eine politische Entscheidung, welche Risiken
eine Gesellschaft zu ertragen bereit ist und welche nicht. Dabei ist
es legitim, Nutzen-Risiken-Abwägungen zu treffen.

1 comment so far

  1. […] schwierigste beim Rauchen ist der Einstieg. Wieso der Aufwand? Wieso soviel Geld ausgeben? Wer 1 Schachtel pro Tag raucht kommt im Jahr auf knapp […]

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