Also gut: Reden wir mal über das Rauchen - Domain-Urteil gegen Internet-Zigarettenh…
Das Rauchen der Gesundheit schadet, ist unstrittig (abgesehen von der
positiven Wirkung auf Alzheimer-Patienten).
Nach all dem, was hier so geschrieben wurde, möchte ich jedoch ein
paar Dinge zu bedenken geben:
1. Als Hauptrisiko wird gemeinhin Krebs genannt.
Ob man an Krebs erkranken kann, ist meines Wissens zunächst mal
genetisch bedingt. Es gibt viele Menschen, deren Körper gar keine
Wucherzellen entwickeln können.
Gehöre ich jedoch zu der anderen Gruppe, so ist Rauchen für mich
krebsfördernd.
Nicht unumstritten ist, ob das auch für den Verzehr angebrannter
Speisen oder Süßstoff gilt. (da gibt es noch einiges mehr)
Unumstritten ist hingegen, daß Radioaktivität stark krebsfördernd
ist.
Jeder, der also älter als 18 Jahre ist, hat durch das verunglückte
Tschernobyl-Experiment soviel Strahlung abbekommen, daß sein
Krebsrisiko erheblich gestiegen ist, auch wenn er nicht raucht.
Ich erinnere daran, daß unsere damalige Regierung kurzerhand per
Gesetz / Verordnung die erlaubten Grenzwerte hochsetzte, um die
Katastrophe kleinzuhalten.
2. Es wird oft wirtschaftlich argumentiert.
–> Raucher belasten die Krankenkasse.
Obwohl das natürlich stimmt, ist die Argumentation schwachsinnig,
denn:
Raucher entlasten die Rentenkasse (zynisch, aber wahr)
und: Raucher zahlen unglaublich viele Steuern.
Würden von heute auf morgen alle Raucher zu Nichtrauchern, dann
hätten wir ein ernstes wirtschaftliches Problem!
3. Alles, was potenziell gesundheitsschädlich ist, ist zu meiden???
Dann möchte ich die Forenteilnehmer erstmal darauf aufmerksam machen,
daß stundenlanges Sitzen am PC potenziell Rückenprobleme
(=Volkskrankheit Nr.1) verursacht.
Autofahren ist bitte in Zukunft zu vermeiden.
Alkoholkonsum sowieso.
Bitte keine gefährlichen Sportarten mehr (wo fängt “gefährlich”
eigentlich an? Ein Freund von mir hat sich sein Knie für alle Zeiten
beim Fußballspielen ruiniert)
Zu ungeschütztem Sex muß ich wohl nix sagen…..
Und bitte keine Bergwanderungen mehr…..etc., etc.
Ich halte mal folgendes dagegen:
LEBEN ist nicht nur riskant, sondern zu 100 % tödlich!
Wer legt eigentlich fest, daß nur ein langes Leben ein erfülltes
Leben ist???
(oder platter ausgedrückt: Wer nicht raucht, stirbt gesünder. Toll!)
4. Warum rauchen Menschen? Oder allgemeiner: Warum nehmen Menschen
Drogen?
Weil sie hoffen, dadurch ein Gefühl zu bekommen, das sie ansonsten
vermissen.
Das Streben nach Glück ist ein Menschenrecht (übrigens - soweit ich
weiß - ausgerechnet in der amerikanischen Verfassung manifestiert).
Insofern kann man allenfalls die Mittel, nicht aber die Motivation
kritisieren.
Eine Werte- und perspektivlose Gesellschaft tut ein Übriges, um eine
“Flucht-vor-der-Realität-Motivation” zu erzeugen.
Besser wäre es natürlich, sich der Realität zu stellen, zu versuchen,
diese zu verändern, aber nicht jeder Mensch ist stark.
5. Toleranz tut not!
Würden Raucher etwas mehr darauf achten, ihre nichtrauchende Umwelt
so wenig wie möglich zu belästigen und Nichtraucher im Gegenzug
aufhören, Raucher zu verurteilen, wäre viel gewonnen.
Das läßt sich mühelos auch auf andere Bereiche übertragen.
“Freiheit ist immer die Freiheit des Andersdenkenden” (Rosa
Luxemburg)
In dem Sinne,
Fairplay