Re: Also gut: Reden wir mal über das Rauchen - Domain-Urteil gegen Internet-Zigarettenh…
> > Jetzt wirds schwierig.
> > Raucher sind i.d.R. Genußmenschen
>
> Nein. Raucher sind i.d.R. Suchtkranke. Der subjektiv empfundene
> Genuss entsteht durch chemische Reaktionen im Gehirn des Rauchers,
> die durch Bestandteile des Tabakrauchs (hauptaktive Substanzen
> Nikotin und Acetaldehyd) ausgelöst werden.
Das Eine schließt das andere keineswegs aus.
Zum Einen: Subjektiv empfundener Genuss ist Genuss. Wie sonst könnte
man Genuss definieren?
Zum Anderen: Raucher sind nach meiner Erfahrung Menschen, die auch
andere Dinge gern geniessen. Zum Beispiel Essen oder Trinken. Das
Gegenteil dazu ist der Mensch, der Nahrungsaufnahme als Notwendigkeit
betrachtet, und nicht der Suchtkranke.
Das Raucher i.d.R. Suchtkranke sind, wird dadurch nicht
ausgeschlossen.
> > und damit Kernzielgruppe der
> > Gastronomie.
>
> Falsch. Hauptzielgruppe der Gastronomen sind Menschen, die gerne gut
> Essen und Trinken und sich dabei (meistens) auch durch guten Service
> verwöhnen lassen möchten. Die Hauptzielgruppe sind nicht Raucher -
> auch wenn man das angesichts von nur 4% nichtrauchergeeigneter
> Gastronomie in Deutschland annehmen könnte.
>
> Das die Gastronomien aber der Fehleinschätzung unterliegen, dass sie
> Rauchen erlauben müssen, um im Geschäft bleiben zu können, liegt
> daran, dass in Deutschland durch die Verbände des Gastgewerbes eine
> Atmosphäre der Angst vor sauberer Luft geschürt wird. Besonders hat
> sich hier der DEHOGA der Verbreitung von (mittlerweile bewiesenen)
> Lügen und frei Erfunden Zahlen als Brandstifter heruaskristallisert.
> Pressesprecher Schnerr, Präsident Fischer und die “Nummer 2.” Hartges
> betätigen sich im großen Stil als Demagogen.
Ok, laß uns differenzieren:
Im Hinblick auf Restaurants magst Du Recht haben.
Ich habe mich in meinen Ausführungen aber auf Kneipen konzentriert.
>
> > Insbesondere in Kneipen (ich hatte selbst mal eine) ist
> > der Anteil an Rauchern im Publikum sehr hoch, und das weniger, weil
> > Nichtraucher Kneipen wegen des Rauchs meiden.
>
> Genau. Nun führts Du Dich selber zum Kernpunkt. Kneipen werden
> vornehmlich von Rauchern besucht, weil Nichtraucher diese Orte meist
> meiden. Das bedeutet, dass die Kneipiers ihr Geschäftsmodell also
> lieber an einer Minderheit ausrichten (weniger als 1/3 Anteil an der
> Bevölkerung) als einen potenziellen Markt von 70 Millionen Menschen
> zu erschließen - ganz schön dumm!
Du solltest nochmal lesen, was ich geschrieben habe: “und das
weniger,…”
Ich habe Raucher als Genussmenschen beschrieben. Dies beinhaltet eine
gewisse Unvernunft (im wertfreien Sinne).
Es ist nicht vernünftig, in der Kneipe ein Bier zu trinken, wo man es
doch zuhause (vielleicht mit Freunden beim Grill) zu einem Fünftel
des Kneipenpreises tun könnte.
Das interessiert den Genussmenschen aber nicht.
Er möchte sein Bier frisch gezapft und im Kreise Gleichgesinnter
trinken.
Daher der hohe Raucheranteil in Kneipen.
Und was die 70 Millionen angeht:
Wenn ein Drittel der Bevölkerung Raucher sind, dann sind das ca 27
Millionen.
Verbleiben 53 Millionen abzüglich Minderjähriger abzüglich derer, die
als Nichtraucher trotzdem in die Kneipe gehn als potenzielle Kunden.
>
> > Somit ist - Deiner Argumentation folgend - Kellner ein
> > “Risiko-Beruf”, genau wie Angestellter in einem Atomkraftwerk, wo man
> > trotz hoher Sicherheits-Standards erhöhter Strahlung ausgesetzt ist.
> > Es möge jeder selbst entscheiden, ob er sich dem aussetzt.
>
> Nein. Der Vergleich hinkt schon deshalb, weil der Kellner jeden Tag
> und jede Stunde seiner Arbeitszeit mit krebserzeugenden Stoffen
> traktiert wird. Er wird außerdem vor dem Gesetz als Mensch 2. Klasse
> gehandelt, da er nicht wie alle anderen Angestellten ein Recht auf
> rauchfreie Luft hat (