Re: Also gut: Reden wir mal über das Rauchen - Domain-Urteil gegen Internet-Zigarettenh…

> Hallo,
>
> es ist gefährlich, wenn Menschen über etwas reden, von dem sie nur
> aus den Allgemeinmedien wissen.
Jetzt mal nicht so überheblich. Meine Ausführungen zu der genetischen
Konditionierung habe ich selbst relativiert. Alles andere hat wohl
eher mit meiner eigenen Erfahrung bzw. teilweise Einstellung zu tun.
>
> Der Punkt, der Rauchen in der Öffentlichkeit sozial völlig untragbar
> macht und auch der auch nicht toleranzfähig ist, ist die Tatsache,
> dass durch Tabakrauch nicht der Raucher alleine, sondern alle
> Menschen, die diesen Rauch über die Atemluft einatmen geschädigt
> werden.
Wenn Du meinen Beitrag richtig gelesen hast, sollte Dir aufgefallen
sein, daß auch ich gegenseitige Rücksicht fordere. Bei Dir sieht das
allerdings recht einseitig aus.
>
> Nebenbei: Die Studien bzgl. Alzheimer wurden von einem Institut
> erstellt, das bezeichnenderweise von einem bekannten Tabakkonzern
> finanziert wird. Sie sind nicht von unabhängigen Ärzten bestätigt
> worden. Selbst wenn das aber so wäre, würde das nicht die Schädigung
> Dritter rechtfertigen.
Nach allem, was ich bis jetzt gelesen habe, bezweifeln auch
energische Rauchgegner diesen Effekt nicht. Dem wird nur entgegen
gehalten, daß die schädlichen “Nebenwirkungen” diese Therapie nicht
rechtfertigen.
Ich denke darüber anders. Ein Alzheimer-Patient hat nicht mehr viel
zu verlieren.
Bei einer Nikotin-Therapie ist es nicht zwangsläufig, daß andere
davon betroffen sind.
>
> Was hier vielen auch nicht klar ist: Rauchen ist Nr. 1 der
> unnatürlichen Todesarten - weit vor Alkohol, AIDS, SARS, Unfällen,
> Morden, Suiziden, Illegalen Drogen, Verkehrsunfällen
> zusammengenommen. Alle 3,5 Minuten stirbt ein Bundesbürger an den
> Folgen des Rauchens.
Alle 6 Sekunden stirbt ein Mensch an Hunger (weltweit, die Zahl ist
nicht ganz aktuell). Setzt Du Dich auch so vehement für eine gerechte
Nahrungsverteilung ein?
> Tabakrauch ist eine der 3 Hauptursachen für den
> Plötzlichen Kindstot. Rauchen in der Schwangerschaft und in Gegenwart
> von Kindern kann zu schwersten Spätschäden wie Allergien,
> Organerkrankungen, chronischen Atemwegserkrankungen,
> Herz-/Kreislauferkrankungen führen.
Ich weiß schon, warum ich zuhause ausschließlich in meinem Büro
rauche, wo meine Kinder nix verloren haben.
>
> Angestellte der Gastronomie sind sehr häufig unter den
> Passivrauchopfern zu finden (nach Partnern von Rauchern). Mehr als
> 15.000 Menschen sterben in Deutschland jährlich am Passivrauchen.
> Trotzdem werden Angestellte des Gastronomiegewerbes vor dem Gesetz
> als Menschen 2. Klasse gehandelt (siehe

Re: Also gut: Reden wir mal über das Rauchen - Domain-Urteil gegen Internet-Zigarettenh…

> > Ein Letztes:
> > Du reklamierst Dein Recht auf Deine Gesundheit.
> > Der Raucher reklamiert sein Recht auf Genuß.
> >
> > Die Tatsache, daß das nicht zusammen geht, bedeutet nicht
> > zwangsläufig, daß Du mehr Recht hast.
> > Denn was hier der höhere Wert ist, dürfte sehr von der individuellen
> > Sicht abhängen.
>
> Da muss ich wehement wiedersprechen! Das Recht auf Gesundheit geht in
> jedem Fall vor!
Ich weiß nicht, was die meisten Angestellten bevorzugen würden:
8 Wochen Nichtraucherkneipe bis zur Insolvenz und Arbeitslosigkeit
(weil die Raucher sich abends dann im privaten Bereich treffen
würden, wo sie weiterrauchen dürften)
oder
weiter passiv rauchen
Würden Sie sich für die Arbeitslosigkeit entscheiden, könnten sie
auch gleich kündigen, ohne zunächst ein Rauchverbot zu erreichen.
Ist ziemlich zynisch, aber so ist die Welt nun einmal.
D5D

Re: Also gut: Reden wir mal über das Rauchen - Domain-Urteil gegen Internet-Zigarettenh…

Hallo,
ich hatte erst etwas mehr zu Deinem Posting geschrieben, jedoch hat
mir der IE einen Streich gespielt. Da das vorhergehende von Dir wenig
interessant war, Tatsachen verdreht hat, spare ich mir das
Neuschreiben an dieser Stelle. Interessanter sind Deine Ansichten im
Folgenden:
> Jetzt wirds schwierig.
> Raucher sind i.d.R. Genußmenschen
Nein. Raucher sind i.d.R. Suchtkranke. Der subjektiv empfundene
Genuss entsteht durch chemische Reaktionen im Gehirn des Rauchers,
die durch Bestandteile des Tabakrauchs (hauptaktive Substanzen
Nikotin und Acetaldehyd) ausgelöst werden.
Objektiv betrachtet ist Tabakrauch ein besonders aggressiv stinkender
Luftschadstoff, der i.d.R. sofort Spontanreaktionen wie Husten,
Augenbrennen, Kopfschmerz, Übelkeit, Kratzen im Hals o.ä. verursacht.
> und damit Kernzielgruppe der
> Gastronomie.
Falsch. Hauptzielgruppe der Gastronomen sind Menschen, die gerne gut
Essen und Trinken und sich dabei (meistens) auch durch guten Service
verwöhnen lassen möchten. Die Hauptzielgruppe sind nicht Raucher -
auch wenn man das angesichts von nur 4% nichtrauchergeeigneter
Gastronomie in Deutschland annehmen könnte.
Das die Gastronomien aber der Fehleinschätzung unterliegen, dass sie
Rauchen erlauben müssen, um im Geschäft bleiben zu können, liegt
daran, dass in Deutschland durch die Verbände des Gastgewerbes eine
Atmosphäre der Angst vor sauberer Luft geschürt wird. Besonders hat
sich hier der DEHOGA der Verbreitung von (mittlerweile bewiesenen)
Lügen und frei Erfunden Zahlen als Brandstifter heruaskristallisert.
Pressesprecher Schnerr, Präsident Fischer und die “Nummer 2.” Hartges
betätigen sich im großen Stil als Demagogen.
> Insbesondere in Kneipen (ich hatte selbst mal eine) ist
> der Anteil an Rauchern im Publikum sehr hoch, und das weniger, weil
> Nichtraucher Kneipen wegen des Rauchs meiden.
Genau. Nun führts Du Dich selber zum Kernpunkt. Kneipen werden
vornehmlich von Rauchern besucht, weil Nichtraucher diese Orte meist
meiden. Das bedeutet, dass die Kneipiers ihr Geschäftsmodell also
lieber an einer Minderheit ausrichten (weniger als 1/3 Anteil an der
Bevölkerung) als einen potenziellen Markt von 70 Millionen Menschen
zu erschließen - ganz schön dumm!
> Somit ist - Deiner Argumentation folgend - Kellner ein
> “Risiko-Beruf”, genau wie Angestellter in einem Atomkraftwerk, wo man
> trotz hoher Sicherheits-Standards erhöhter Strahlung ausgesetzt ist.
> Es möge jeder selbst entscheiden, ob er sich dem aussetzt.
Nein. Der Vergleich hinkt schon deshalb, weil der Kellner jeden Tag
und jede Stunde seiner Arbeitszeit mit krebserzeugenden Stoffen
traktiert wird. Er wird außerdem vor dem Gesetz als Mensch 2. Klasse
gehandelt, da er nicht wie alle anderen Angestellten ein Recht auf
rauchfreie Luft hat (

Re: Also gut: Reden wir mal über das Rauchen - Domain-Urteil gegen Internet-Zigarettenh…

> > Jetzt wirds schwierig.
> > Raucher sind i.d.R. Genußmenschen
>
> Nein. Raucher sind i.d.R. Suchtkranke. Der subjektiv empfundene
> Genuss entsteht durch chemische Reaktionen im Gehirn des Rauchers,
> die durch Bestandteile des Tabakrauchs (hauptaktive Substanzen
> Nikotin und Acetaldehyd) ausgelöst werden.
Das Eine schließt das andere keineswegs aus.
Zum Einen: Subjektiv empfundener Genuss ist Genuss. Wie sonst könnte
man Genuss definieren?
Zum Anderen: Raucher sind nach meiner Erfahrung Menschen, die auch
andere Dinge gern geniessen. Zum Beispiel Essen oder Trinken. Das
Gegenteil dazu ist der Mensch, der Nahrungsaufnahme als Notwendigkeit
betrachtet, und nicht der Suchtkranke.
Das Raucher i.d.R. Suchtkranke sind, wird dadurch nicht
ausgeschlossen.
> > und damit Kernzielgruppe der
> > Gastronomie.
>
> Falsch. Hauptzielgruppe der Gastronomen sind Menschen, die gerne gut
> Essen und Trinken und sich dabei (meistens) auch durch guten Service
> verwöhnen lassen möchten. Die Hauptzielgruppe sind nicht Raucher -
> auch wenn man das angesichts von nur 4% nichtrauchergeeigneter
> Gastronomie in Deutschland annehmen könnte.
>
> Das die Gastronomien aber der Fehleinschätzung unterliegen, dass sie
> Rauchen erlauben müssen, um im Geschäft bleiben zu können, liegt
> daran, dass in Deutschland durch die Verbände des Gastgewerbes eine
> Atmosphäre der Angst vor sauberer Luft geschürt wird. Besonders hat
> sich hier der DEHOGA der Verbreitung von (mittlerweile bewiesenen)
> Lügen und frei Erfunden Zahlen als Brandstifter heruaskristallisert.
> Pressesprecher Schnerr, Präsident Fischer und die “Nummer 2.” Hartges
> betätigen sich im großen Stil als Demagogen.
Ok, laß uns differenzieren:
Im Hinblick auf Restaurants magst Du Recht haben.
Ich habe mich in meinen Ausführungen aber auf Kneipen konzentriert.
>
> > Insbesondere in Kneipen (ich hatte selbst mal eine) ist
> > der Anteil an Rauchern im Publikum sehr hoch, und das weniger, weil
> > Nichtraucher Kneipen wegen des Rauchs meiden.
>
> Genau. Nun führts Du Dich selber zum Kernpunkt. Kneipen werden
> vornehmlich von Rauchern besucht, weil Nichtraucher diese Orte meist
> meiden. Das bedeutet, dass die Kneipiers ihr Geschäftsmodell also
> lieber an einer Minderheit ausrichten (weniger als 1/3 Anteil an der
> Bevölkerung) als einen potenziellen Markt von 70 Millionen Menschen
> zu erschließen - ganz schön dumm!
Du solltest nochmal lesen, was ich geschrieben habe: “und das
weniger,…”
Ich habe Raucher als Genussmenschen beschrieben. Dies beinhaltet eine
gewisse Unvernunft (im wertfreien Sinne).
Es ist nicht vernünftig, in der Kneipe ein Bier zu trinken, wo man es
doch zuhause (vielleicht mit Freunden beim Grill) zu einem Fünftel
des Kneipenpreises tun könnte.
Das interessiert den Genussmenschen aber nicht.
Er möchte sein Bier frisch gezapft und im Kreise Gleichgesinnter
trinken.
Daher der hohe Raucheranteil in Kneipen.
Und was die 70 Millionen angeht:
Wenn ein Drittel der Bevölkerung Raucher sind, dann sind das ca 27
Millionen.
Verbleiben 53 Millionen abzüglich Minderjähriger abzüglich derer, die
als Nichtraucher trotzdem in die Kneipe gehn als potenzielle Kunden.
>
> > Somit ist - Deiner Argumentation folgend - Kellner ein
> > “Risiko-Beruf”, genau wie Angestellter in einem Atomkraftwerk, wo man
> > trotz hoher Sicherheits-Standards erhöhter Strahlung ausgesetzt ist.
> > Es möge jeder selbst entscheiden, ob er sich dem aussetzt.
>
> Nein. Der Vergleich hinkt schon deshalb, weil der Kellner jeden Tag
> und jede Stunde seiner Arbeitszeit mit krebserzeugenden Stoffen
> traktiert wird. Er wird außerdem vor dem Gesetz als Mensch 2. Klasse
> gehandelt, da er nicht wie alle anderen Angestellten ein Recht auf
> rauchfreie Luft hat (

Re: Also gut: Reden wir mal über das Rauchen - Domain-Urteil gegen Internet-Zigarettenh…

> Subjektiv mag Deine Ansicht stimmen, obwohl sie impliziert, dass
> Nichtraucher keine Genussmenschen sind, was völliger Humbug ist.
Wollte ich damit auch nicht sagen. Natürlich gibt es auch viele
nichtrauchende Genussmenschen.
> Rein wissenschaftlich lässt sich übrigens noch anführen, das Raucher ein
> stark reduziertes Geschmacksempfinden haben, da die Geschmacksnerven
> im Mund und die Geruchsrezeptoren aufgrund der Traktierung mit den
> Inhaltsstoffen von Tabakrauch nur bedingt und im Gegensatz zum
> Nichtraucher eingeschränkt funktionieren - er also ein anderes,
> subjektiv betrachtet weniger ausgeprägtes Genussempfinden hat.
Objektiv betrachtet wäre richtig. Der Raucher merkt ja nicht, daß ein
Nichtraucher mehr empfinden würde. Subjektiv genießt er also
gleichermaßen.
> Glaubst Du ernsthaft, dass Du das Risiko gleich setzen kannst? Ich
> empfehle Dir die Lektüre von Fachliteratur zum Thema. Selbst wenn es
> so wäre - was ich aus dem Bauch heraus bezweifle (ist nicht mein
> Fachgebiet) - dann ist dies weder Rechtfertigungsgrund loch
> Legitimation.
Ich denke, nach allem, was ich gelesen habe, und was in den 80ern
stark diskutiert wurde, daß der AKW-Mitarbeiter das deutlich höhere
Risiko hat.
(Leider redet da heute keiner mehr drüber, seit die Grünen zur
Mit-Regierungs-Partei degeneriert sind)
>
> BTW: Laut Arbeitsschutzgesetz hat jeder Arbeitnehmer das Recht,
> seinem Arbeitsplatz fern zu bleiben, wenn Gefahr für Leib und Leben
> besteht (genauer Wortlaut kann z.B. bei “bundesrecht.juris.de”
> nachgelesen werden.
Stimmt. Ändert aber nichts daran, daß manche Berufe nun mal
risikobehaftet sind.
Sprengkommando, Stuntman, Sicherheitsdienst, ja, sogar Fußballer.
Klar können die ihrer Arbeit fernbleiben. Nur dann haben sie keine
mehr.
Ich bleibe dabei: Es möge jeder selbst entscheiden, was er sich
zumutet.
>
> Eine andere Alternative wäre aber zum Beispiel das Experimentieren:
> Einführen von rauchfreien Tagen oder Abenden um die Kundschaft zu
> “konditionieren”, Nachfrage zu schaffen und neues Publikum
> anzulocken. Man könnte sowas am Anfang einmal pro Monat und bei
> Akzeptanz öfter machen - wäre doch auch ein Weg.
Das ist nun wirklich mal ne klasse Idee!
Schade, daß ich keine Kneipe mehr habe. Ich wäre dabei.
Ich bezweifle zwar nach wie vor den Erfolg einer solchen Aktion, aber
das gäbe auf jeden Fall verläßliche Ergebnisse.
Das solltest Du weiter propagieren.
Grüße,
Fairplay

Re: Also gut: Reden wir mal über das Rauchen - Domain-Urteil gegen Internet-Zigarettenh…

Hallo,
vielleicht noch eine kleine Ergänzung des ansonsten guten Beitrags:
Nicht der Gestank macht handeln erforderlich, sondern die Tatsache,
dass der Tabakrauch große Mengen sog. Kanzerogene beinhaltet und
somit einen extrem giftigen Luftschadstoff ergibt.
Was die Wirkung von Kanzerogen betrifft:
Es gibt keine unschädlichen Mengen. Beim Kontakt einer Körperzelle
mit einem kanzerogenen Stoff bildet sich sofort eine sog.
“Krebskeimanlage”. Der Grund dafür, dass nicht jeder unmittelbar und
sofrt an Krebs erkrankt liegt am Immunsystem des Körpers und an der
Tatsache, dass Körperzellen eine begrenzte Lebensdauer haben. Bei
“normaler” Belastung ist also ein gewisser Schutz vorhanden.
Tabakrauch enthält jedoch sehr hohe Mengen unterschiedlicher
Kanzerogene, die eine sog. “Summationswirkung” haben - d.h. sich in
ihrer Schadwirkung verstärken. Dabei muss man noch zwischen
Kanzerogenen unterscheiden, die Krebsbildend sind und solchen, die
dessen Behandlung erschweren oder unmöglich machen.
Was viel Raucher nicht wissen oder verdrängen ist die Tatsache, dass
die größte Schadwirkung vom sog. Nebenstromrauch ausgeht (das ist der
Rauch, der an der Spitze der Zigarette entsteht). Das ist nun auch
genau der Rauch, den die sog. “Passivraucher” abkriegen und der den
weitaus größten Teil des von der Zigarette verursachten Rauchs
stellt. Der vom Raucher inhalierte Hauptsromrauch ist bedeutend
ungefährlicher, das er bereits durch das häufig vorhandene
Filterstück und die Lunge des Rauchers “entschärft” wurde - er ist
aber immer noch in beachtlicher Menge mit Schadtsoffen durchsetzt.
Randnotiz: Ein Raucher, der täglich eine Schachtel Zigaretten raucht,
hat nach einem Jahr soviel Teer in seiner Lunge angesammelt, wie in
einer Tasse Kaffee passt.
Genau diese Nebenstromrauch - den der Raucher nicht verhindern kann -
verursacht also die schlimmsten Schäden und ist gerade für Nieraucher
besonders gefährlich. Neben einer sofortigen Veränderung des
Blutdrucks sind häufige Akutsymptome Kopfschmerz, Augenbrennen,
Nasenjucken, Heiserkeit, Halsschmerzen, Übelkeit und Schwindel. Diese
Symptome setzen bereits unterhalb der Wahrnehmungsschwelle ein (z.B.
wenn Tabakrauch durch Türritzen oder Fensterritzen in Räume
eindringt. Die Spätfolgen sind aber weitaus dramatischer und reichen
von chronischer Bronchitis über Asthma bis hin zu Allergien,
Herz-/Kreislauferkrankungen und Krebs.
Grüße,
OxnoxO

Also gut: Reden wir mal über das Rauchen - Domain-Urteil gegen Internet-Zigarettenh…

Das Rauchen der Gesundheit schadet, ist unstrittig (abgesehen von der
positiven Wirkung auf Alzheimer-Patienten).
Nach all dem, was hier so geschrieben wurde, möchte ich jedoch ein
paar Dinge zu bedenken geben:
1. Als Hauptrisiko wird gemeinhin Krebs genannt.
Ob man an Krebs erkranken kann, ist meines Wissens zunächst mal
genetisch bedingt. Es gibt viele Menschen, deren Körper gar keine
Wucherzellen entwickeln können.
Gehöre ich jedoch zu der anderen Gruppe, so ist Rauchen für mich
krebsfördernd.
Nicht unumstritten ist, ob das auch für den Verzehr angebrannter
Speisen oder Süßstoff gilt. (da gibt es noch einiges mehr)
Unumstritten ist hingegen, daß Radioaktivität stark krebsfördernd
ist.
Jeder, der also älter als 18 Jahre ist, hat durch das verunglückte
Tschernobyl-Experiment soviel Strahlung abbekommen, daß sein
Krebsrisiko erheblich gestiegen ist, auch wenn er nicht raucht.
Ich erinnere daran, daß unsere damalige Regierung kurzerhand per
Gesetz / Verordnung die erlaubten Grenzwerte hochsetzte, um die
Katastrophe kleinzuhalten.
2. Es wird oft wirtschaftlich argumentiert.
–> Raucher belasten die Krankenkasse.
Obwohl das natürlich stimmt, ist die Argumentation schwachsinnig,
denn:
Raucher entlasten die Rentenkasse (zynisch, aber wahr)
und: Raucher zahlen unglaublich viele Steuern.
Würden von heute auf morgen alle Raucher zu Nichtrauchern, dann
hätten wir ein ernstes wirtschaftliches Problem!
3. Alles, was potenziell gesundheitsschädlich ist, ist zu meiden???
Dann möchte ich die Forenteilnehmer erstmal darauf aufmerksam machen,
daß stundenlanges Sitzen am PC potenziell Rückenprobleme
(=Volkskrankheit Nr.1) verursacht.
Autofahren ist bitte in Zukunft zu vermeiden.
Alkoholkonsum sowieso.
Bitte keine gefährlichen Sportarten mehr (wo fängt “gefährlich”
eigentlich an? Ein Freund von mir hat sich sein Knie für alle Zeiten
beim Fußballspielen ruiniert)
Zu ungeschütztem Sex muß ich wohl nix sagen…..
Und bitte keine Bergwanderungen mehr…..etc., etc.
Ich halte mal folgendes dagegen:
LEBEN ist nicht nur riskant, sondern zu 100 % tödlich!
Wer legt eigentlich fest, daß nur ein langes Leben ein erfülltes
Leben ist???
(oder platter ausgedrückt: Wer nicht raucht, stirbt gesünder. Toll!)
4. Warum rauchen Menschen? Oder allgemeiner: Warum nehmen Menschen
Drogen?
Weil sie hoffen, dadurch ein Gefühl zu bekommen, das sie ansonsten
vermissen.
Das Streben nach Glück ist ein Menschenrecht (übrigens - soweit ich
weiß - ausgerechnet in der amerikanischen Verfassung manifestiert).
Insofern kann man allenfalls die Mittel, nicht aber die Motivation
kritisieren.
Eine Werte- und perspektivlose Gesellschaft tut ein Übriges, um eine
“Flucht-vor-der-Realität-Motivation” zu erzeugen.
Besser wäre es natürlich, sich der Realität zu stellen, zu versuchen,
diese zu verändern, aber nicht jeder Mensch ist stark.
5. Toleranz tut not!
Würden Raucher etwas mehr darauf achten, ihre nichtrauchende Umwelt
so wenig wie möglich zu belästigen und Nichtraucher im Gegenzug
aufhören, Raucher zu verurteilen, wäre viel gewonnen.
Das läßt sich mühelos auch auf andere Bereiche übertragen.
“Freiheit ist immer die Freiheit des Andersdenkenden” (Rosa
Luxemburg)
In dem Sinne,
Fairplay

Re: Also gut: Reden wir mal über das Rauchen [2/2] - Domain-Urteil gegen Internet-Zigarettenh…

[Fortsetzung]
> –> Raucher belasten die Krankenkasse.
> Obwohl das natürlich stimmt, ist die Argumentation schwachsinnig,
> denn:
> Raucher entlasten die Rentenkasse (zynisch, aber wahr)
> und: Raucher zahlen unglaublich viele Steuern.
> Würden von heute auf morgen alle Raucher zu Nichtrauchern, dann
> hätten wir ein ernstes wirtschaftliches Problem!
Das ist meiner Ansicht nach richtig. Aber sollte das ein Grund sein,
das Rauchen zu propagieren oder auch nur zu verteidigen? Die
Volksgesundheit ist wichtiger als das wirtschaftliche Wohlergehen
dieser Bundesrepublik. Wer das anders sieht, hat meines Erachtens
nicht verstanden, was Wirtschaft eigentlich leisten soll. Wenn es
irgendwann hoffentlich keine Raucher mehr geben sollte, werden wir
einen Weg finden, mit den wirtschaftlichen Folgen umzugehen.
> 3. Alles, was potenziell gesundheitsschädlich ist, ist zu meiden???
>
> Dann möchte ich die Forenteilnehmer erstmal darauf aufmerksam machen,
> daß stundenlanges Sitzen am PC potenziell Rückenprobleme
> (=Volkskrankheit Nr.1) verursacht.
> Autofahren ist bitte in Zukunft zu vermeiden.
> Alkoholkonsum sowieso.
> Bitte keine gefährlichen Sportarten mehr (wo fängt “gefährlich”
> eigentlich an? Ein Freund von mir hat sich sein Knie für alle Zeiten
> beim Fußballspielen ruiniert)
> Zu ungeschütztem Sex muß ich wohl nix sagen…..
> Und bitte keine Bergwanderungen mehr…..etc., etc.
Du wirfst hier Risiken völlig unterschiedlicher Größenordnung
durcheinander. Ich wiederhole gerne noch einmal, was ich in einem
anderen Posting hier schon schrieb:
Rauchen verursacht mehr Todesfälle in den Industrienationen als
Selbstmorde, Morde, AIDS, Alkohol, Verkehrsunfälle, Brände und
anderer Drogenmissbrauch (Heroin etc.) zusammengenommen!
Siehe dazu auch:
http://www.heise.de/newsticker/foren/go.shtml?read=1

Re: Also gut: Reden wir mal über das Rauchen - Domain-Urteil gegen Internet-Zigarettenh…

rauchenbgesehen von einer recht gelungenen Klassifikation…
> > GENUSSRAUCHER, der: Die
> > Bezeichnung G. ist irreführend, da das Genussgefühl auf die
> > suchtbildende Wirkung des Nikotins zurückgeht.
>
> …Einspruch. Meine Meinung dazu: Jeder Genuss kann suchtbildend
> sein, kein Genuss muss suchtbildend sein. Jeder Genuss wird durch ein
> Neurotransmitterecho im Gehirn auf externe Stimuli gebildet, egal ob
> diese zuerst Nerven im Ohr, auf der Zunge oder auf den
> Geschlechtsorganen reizen, oder ob neuroaktive Stoffe es bis ins
> zentrale Nervensystem schaffen. Die Stimulation des Genusszentrums
> ist immer sekundär, und der Ursprung des Genusses subjektiv nicht
> relevant. Genuss ist, wenn man Genuss empfindet.
>
> Selbst Nichtraucher, kenne ich tatsächlich “Raucher”, die sich drei-,
> viermal im Jahr _eine_ Zigarette anzünden, genüsslich bei sich zu
> Hause rauchen und es dann wieder für Monate bleiben lassen. Das ist
> Genuss, nicht Sucht, wenn auch eine für mich überhaupt nicht
> nachvollziehbare.
Das stimmt, das ist nicht ganz perfekt ausgedrückt. Der Genuss stammt
ja von der Wirkung der Droge und hat erstmal nichts mit der Sucht ans
sich zu tun. (Beim echten Genussraucher.)
Allerdings wird der Begriff auch oft fälschlich verwendet. Auch
“Sucht”-Raucher reden von Genuss, wenn man sie fragt. Nur ist das
dann wohl eher darauf zurück zu führen, dass sie es als Genuss
empfinden, ihre Entzugserscheinungen los zu werden.
Ich vergleiche es dann oft mit einem Toilettenbesuch: Zunächst fühlt
man sich unwohl und empfindet dann schließlich eine gewissen Genuss
(”Erleichterung”) wenn man das Geschäft hinter sich gebracht hat,
also der Normalzustand wieder hergestellt ist.
In dem Fall ist es Absurd diesen Begriff zu verwenden, denn man
entschuldigt damit, dass man ein künstliches, zwanghaftes Bedürfnis
geschaffen hat (also das auftreten von Unwohlsein) und die Aufhebung
desselben als Genuss rechtfertigt.
Wenn ich Vanilleis Esse ist das Genuss, aber ich muss kein Vanilleeis
essen, damit es mir (wieder) gut geht.
Gruß,
Golgafrincham

Re: Also gut: Reden wir mal über das Rauchen [2/2] - Domain-Urteil gegen Internet-Zigarettenh…

rauchenerwechselst Relativierung mit Relativismus. Relativierung ist ein
> wichtiges Werkzeug in der wissenschaftlichen Risikoeinschätzung, denn
> es würde unseren Alltag vollständig lähmen, wenn Risiken unabhängig
> von ihrer statistischen Relevanz Berücksichtigung fänden.
>
> Der Relativismus ist eine philosophische Denkrichtung, welche in
> ihrer absoluten Form die Naturwissenschaften und sogar die gesamte
> seit der Aufklärung in der Wissenschaft etablierte
> empirisch-deduktive und logisch-induktive Vorgehensweise, an Probleme
> heranzugehen, als lediglich eine gleichberechtigte Möglichkeit von
> vielen betrachtet und damit auch der Physik nicht mehr Bedeutung und
> insbesondere auch Korrektheit zubilligt als jeder beliebigen
> mystizistischen Weltanschauung.
Also zunächst mal: Ich verwechsel das nicht.
Es war mir nur nicht klar, daß Du das differenzierst.
> Ich bin aus vielerlei Gründen ein erklärter Feind des absoluten
> Relativismus und seiner Spielarten:
>
> Erstens, weil er sich selbst widerlegt; denn wer mit solch
> destruktiver Skepsis an die Naturwissenschaften herangeht, der müsste
> die gleichen Maßstäbe erst recht an seiner eigenen Philosophie
> anlegen. Mit anderen Worten, wer abstreitet, dass die Gesetze der
> formalen Logik in irgendeiner Weise “richtiger” sein können als ein
> frei gewählter Satz an absurden Aussagen, der muss zwangsläufig zu
> dem Schluss kommen, dass es keinen Grund gibt, warum diese Ansicht
> selbst in irgendeiner Weise zutreffender sein sollte als dazu
> konträre Ansichten. Offensichtlich kann das Gedankengebäude des
> absoluten Relativismus nur entweder falsch oder für unser Leben
> völlig irrelevant sein.
Nein, so einfach ist es nicht.
Der Relativismus legt diese Maßstäbe durchaus auch bei sich selbst
an.
Er bezweifelt die Existenz einer absoluten Wahrheit und kann diese
folgerichtig auch nicht für sich selbst proklamieren.
Die “Aufklärer” von heute wären gut beraten, sich ebenso zu
verhalten.
Zum Einen sind “Wahrheiten” in der Geschichte immer wieder widerlegt,
oder sagen wir erneuert worden. Wie lange ist es her, daß die
unumstößliche Wahrheit darin bestand, daß die Erde eine Scheibe ist?
Zum Anderen hat Kant klar anerkannt, daß es Dinge gibt, die wir uns
mit unserem menschlichen Verstand nicht erklären können. Das will
heute aber kaum mehr jemand akzeptieren.
Beispiel:
Kant hat gesagt, daß wenn man die Geschichte immer weiter zurück
denkt, ein Punkt kommt, wo man nicht mehr weiter kommt. (Urknall -
wer hat geknallt?)
Daher hat er “Gott” als “notwendig zu denkendes Etwas” akzeptiert,
obwohl er Atheist war (und damit Gott als real existierend
keinesfalls anerkannt hat).
Da die Frage nicht zu klären war, hat er nicht weiter gefragt.
>
> Zweitens, weil die Durchdringung der Politik mit relativistischen
> Ideen seit Jahrzehnten massiven Schaden überall auf der Welt und vor
> allem in den Entwicklungsländern anrichtet. Beispielsweise ist es
> nach dem Relativismus nicht erlaubt, Schamanenmedizin für in
> irgendeiner Weise schlechter zu halten als das gesamte westliche
> medizinische Wissen, und zwar unabhängig von den empirischen Belegen,
> die - nach wissenschaftlichen Kriterien - ganz eindeutig darauf
> hindeuten, dass unsere Vorstellung vom menschlichen Körper, alles in
> allem, wesentlich zutreffender sein muss als diejenige der
> Schamanenmedizin.
Zumindestens ein schlechtes Beispiel.
Wenn man sich mit der Pharmaindustrie mal befaßt hat, die Krankheiten
erfindet, um ihren Profit zu steigern, setzt man hinter so eine
Aussage auf jeden Fall ein Fragezeichen.
Auch sollte man die in Hunderten oder Tausenden von Jahren gewonnene
Erfahrung von Naturvölkern nicht arrogant übergehen.
> Naturwissenschaftliche Fakten interessieren
> relativistisch denkende Menschen nur wenig, wenn überhaupt, da sie
> den Naturwissenschaften keine in irgendeiner Weise privilegierte
> Rolle gegenüber mystizistischen Lehren zubilligen. Sie übersehen
> dabei, dass sie selbst im Alltag sehr häufig nach der Methodik
> handeln, nach der unser naturwissenschaftliches Wissen erworben
> wurde. Viele westliche Entwicklungshelfer erweisen unterentwickelten
> Ländern einen Bärendienst, wenn sie die Einheimischen sogar noch
> darin bestärken, wissenschaftliche Erkenntnisse über den Menschen,
> die Natur und vieles andere für rein kulturelle Elemente zu halten,
> die es im Interesse kultureller Eigenständigkeit abzulehnen gelte.
Gut. Ablehnen im kategorischen Sinne wäre natürlich falsch.
Die Naturwissenschaften als Krönung der Erkenntnis darzustellen, ist
aber genauso daneben.
Und da setzt Erkenntnistheorie ja an:
Wir beide sehen einen Stein.
Und wir sind uns einig, daß wir einen Stein sehen.
Die Frage ist, was war das Ding, bevor es durch unseren
Erkenntnisapparat gefiltert wurde?
Wir haben alle unsere Erfahrungen und akzeptieren bestimmte
Konventionen.
Diese sind aber menschlicher Natur.
Und alle Wissenschaft beruht auf Kausalität.
Wenn die Konventionen aber falsch waren, stirbt die Kausalität.
(Die Erde ist keine Scheibe, also muß das komplette, darauf
aufbauende System neu durchdacht werden)
>
> Wer Relativismus mit Toleranz verwechselt, hat einiges nicht
> verstanden. Im Gegenteil kann gesellschaftliche Toleranz erst auf dem
> Boden der Anerkennung der Existenz objektiver Wahrheiten wie der,
> dass die Newtonsche Schwerkraftkonstante in Mitteleuropa etwa 9,81
> m/s

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