rauchenRauchen der Gesundheit schadet, ist unstrittig (abgesehen von der
> positiven Wirkung auf Alzheimer-Patienten).
Dass Rauchen der Gesundheit schadet, ist unstrittig. Dass Rauchen
eine positive Wirkung auf Alzheimer-Patienten habe, ist jedoch
keineswegs unstrittig. Auf Spiegel Online z.B. gab es vor einiger
Zeit ein Artikel über eine wissenschaftliche Studie, die nahelegte,
dass Rauchen das Risiko, an Alzheimer zu erkranken, erhöht.
> Nach all dem, was hier so geschrieben wurde, möchte ich jedoch ein
> paar Dinge zu bedenken geben:
>
> 1. Als Hauptrisiko wird gemeinhin Krebs genannt.
>
> Ob man an Krebs erkranken kann, ist meines Wissens zunächst mal
> genetisch bedingt. Es gibt viele Menschen, deren Körper gar keine
> Wucherzellen entwickeln können.
Hanebüchener Blödsinn. JEDER, wirklich absolut jeder Mensch kann an
Krebs erkranken. Mehr noch, in jedem von uns bilden sich jeden Tag
ein paar Krebszellen, die jedoch normalerweise vom Immunsystem
vernichtet werden.
> Gehöre ich jedoch zu der anderen Gruppe, so ist Rauchen für mich
> krebsfördernd.
Rauchen ist für Dich (und auch für alle anderen, die Du zuqualmst)
_immer_ krebsfördernd.
> Nicht unumstritten ist, ob das auch für den Verzehr angebrannter
> Speisen oder Süßstoff gilt. (da gibt es noch einiges mehr)
Für den Verzehr angebrannter Speisen konnte das bisher nach
wissenschaftlichen Kriterien nicht nachgewiesen werden. Auf Süßstoff
bezogen wird diese Ansicht von keinem ernstzunehmenden
Wissenschaftler geteilt, da bisher keine einzige Studie eine auch nur
schwache Beziehung zwischen dem Konsum von Süßstoffen und der
Wahrscheinlichkeit, an Krebs zu erkranken, bestätigen konnte.
Süßstoffe sind im Gegenteil stark gesundheitsfördernd, da sie den
Konsum von Zucker und damit die Verbreitung der Diabetes - ein echtes
Wohlstandsproblem gigantischen Ausmaßes - massiv reduzieren können.
> Unumstritten ist hingegen, daß Radioaktivität stark krebsfördernd
> ist.
Dieser Satz hat in dieser Form keine Aussagekraft. Richtig ist, dass
Radioaktivität Krebs mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit
hervorrufen kann. Wie groß diese ist, hängt jedoch von vielen
Parametern ab: Von der Art der Strahlung ebenso wie von der Dauer der
Exposition und den betroffenen Organen. Radioaktivität ist in den
Dosen, in denen es bei uns auftritt, ein verhältnismäßig schwaches
Kanzerogen. Wäre das nicht so, würde kein Pilot alt werden, denn auf
einem einzigen 2-Stunden-Flug bekommt jeder Passagier eine Dosis ab,
die einer Röntgenuntersuchung entspricht. Mit dem Rauchen ist die
Kanzerogenität der Radiaktivität, die uns im Alltag begegnet, auf
keinen Fall zu vergleichen - da liegen Welten dazwischen.
Es ist allerdings durchaus zutreffend, dass Kontamination mit
radioaktiven Stoffen (die nicht gleichzusetzen ist mit radioaktiver
Strahlung!) u.U. sehr gefährlich sein kann: Einige Bestandteile des
Tabakrauchs sind radioaktive Alpha-Strahler und zerfallen in der
Lunge. Alpha-Strahlung ist normalerweise recht ungefährlich, da sie
schon von einem Blatt Papier fast vollständig aufgehalten wird. Wird
ein Alpha-Strahler in die Lunge eingebracht, wirkt er dort jedoch
massiv lungenkrebserregend.
Weitere Inhaltsstoffe des Tabakrauchs sind unter anderem:
Acetaldehyd (greift die Schleimhäute an)
Ameisensäure (dito)
Anilin (ist ein Blutgift, welches die Atmung durch die Bindung von
Methämoglobin im Blut behindert, Einstufung analog derjenigen des
Benzol)
Arsen (wirkt genschädigend und krebserregend, außerdem ätzend)
Benzpyren (wirkt krebserregend)
Cadmium (entkalkt die Knochen und erhöht dadurch das Bruchrisiko)
Formaldehyd (ist ein Nervengift und stark genschädigend)
Kohlenmonoxid (bindet Hämoglobin und beeinträchtigt dadurch die
Atmung; kann zu Erstickung führen)
Nickel (kann Allergien auslösen)
Nikotin (ist ein starkes Nervengift und hauptverantwortlich für die
Arterienverstopfung, gleichzeitig aber auch suchtauslösend durch
seine unmittelbar als positiv empfundene Wirkung)
Phenol (ein Nervengift)
Nitrosamine (das ist eine Gruppe von Stoffen, die fast alle stark
krebserregend sind)
Proprionaldehyd (kann zu Erstickung führen)
Quecksilber (schädigt das ZNS)
Radium und Thorium (Radium zerfällt in der Lunge zu dem
Alpha-Strahler Radon, welcher das Lungenkrebsrisiko massiv erhöht)
Wasserstoffcyanid (wird in den USA zur Vollstreckung von
Todesurteilen eingesetzt)
> Jeder, der also älter als 18 Jahre ist, hat durch das verunglückte
> Tschernobyl-Experiment soviel Strahlung abbekommen, daß sein
> Krebsrisiko erheblich gestiegen ist, auch wenn er nicht raucht.
Das ist - zumindest auf Deutschland bezogen - Unsinn. Die
Strahlenbelastung durch den Unfall in Tschernobyl war in Deutschland
zu keinem Zeitpunkt so hoch, dass ein statistisch signifikanter
Anstieg der Krebshäufigkeit daraus resultiert hätte. Das ist keine
Behauptung, sondern eine Tatsache, denn die Strahlenbelastung wurde
damals genau gemessen, und zudem hätte man einen Anstieg speziell
durch Radioaktivität verursachter Krebsarten wie Schilddrüsenkrebs
registrieren müssen, wenn Tschernobyl in Deutschland signifikante
Auswirkungen gezeitigt hätte. Dem war jedoch nicht so.
Im übrigen sollte jeder Raucher wissen, dass das Rauchen die
Wahrscheinlichkeit, an Krebs zu erkranken, bei bereits gegebenen
anderen Risiken nochmals deutlich erhöht, und zwar stärker als diese
beiden Risikofaktoren zusammengenommen. Das liegt daran, dass bereits
durch Tabakrauch vorgeschädigtes Lungengewebe erheblich anfälliger
für andere krebserregende Stoffe wie Dieselabgase ist.
> Ich erinnere daran, daß unsere damalige Regierung kurzerhand per
> Gesetz / Verordnung die erlaubten Grenzwerte hochsetzte, um die
> Katastrophe kleinzuhalten.
Jeder Mallorca-Urlauber setzt sich auf seinem Flug Dosen aus, die
Tschernobyl - auf Deutschland bezogen - unter ferner liefen
einordnen. Witzigerweise sind es oft die gleichen Menschen, die Angst
davor haben, in der Umgebung eines Kernkraftwerkes zu wohnen (in der
im übrigen auch keine erhöhten Strahlungsemissionen feststellbar
sind), die bereitwillig in der Weltgeschichte herumfliegen. Und damit
keine Missverständnisse aufkommen: Bei Berufspiloten verursacht die
massive Strahlenbelastung durch die Höhenstrahlung einen Anstieg der
radioaktiv induzierten Krebsarten wie Schilddrüsenkrebs um gerade mal
1-3%. Dagegen nehmen sich die 2200%, die das Rauchen das
Lungenkrebsrisiko erhöht, schon deutlich stärker aus.
[wird fortgesetzt]